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HENSCHE RECHTSANWÄLTE, FACHANWALTSKANZLEI FÜR ARBEITSRECHT

 

VG Sig­ma­rin­gen, Be­schluss vom 13.09.2010, PL 11 K 4215/09

   
Schlagworte: Personalrat, Personalrat: Sachmittel
   
Gericht: Verwaltungsgericht Sigmaringen
Aktenzeichen: PL 11 K 4215/09
Typ: Beschluss
Entscheidungsdatum: 13.09.2010
   
Leitsätze:
Vorinstanzen:
   

PL 11 K 4215/09

 

VER­WAL­TUN­GS­GERICHT SIG­MARIN­GEN

Be­schluss

 

In der Per­so­nal­ver­tre­tungs­sa­che

mit den Be­tei­lig­ten

Per­so­nal­rat der Südwürt­tem­ber­gi­schen Zen­tren für Psych­ia­trie, Dienst­stel­le Bad S., ver­tre­ten durch den Vor­sit­zen­den Herrn H. W.,
Pfar­rer-Leu­be-Straße 29, 88427 Bad Schus­sen­ried

- An­trag­stel­ler -

pro­zess­be­vollmäch­tigt:

Rechts­anwälte H. u. Koll.,
XXXXXXX

wei­te­rer Be­tei­lig­ter:

Der Geschäftsführer der Südwürt­tem­ber­gi­schen Zen­tren für Psych­ia­trie als Lei­ter der Dienst­stel­le Bad Schus­sen­ried W. R.,
Prar­rer-Leu­be-Straße 29, 88427 Bad Schus­sen­ried

we­gen Be­schaf­fung ei­nes Lap­tops

hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Sig­ma­rin­gen - Fach­kam­mer für Per­so­nal­ver­tre­tungs­sa­chen (Land) - durch den Vor­sit­zen­den Rich­ter am Ver­wal­tungs­ge­richt Bit­zer so­wie durch den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Ober­amts­rat Franz Glein­ser, den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Jus­tiz­haupt­se­kretär Lo­thar Hank, den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Forst­wirt Rein­hard Rus­si­low und den eh­ren­amt­li­chen Rich­ter Steu­er­amt­mann Karl Strie­bel auf die münd­li­che Ver­hand­lung

vom 13. Sep­tem­ber 2010

be­schlos­sen:

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Gründe:

Die Be­tei­lig­ten strei­ten über die Not­wen­dig­keit der Zur­verfügung­stel­lung ei­nes Lap­tops mit An­schlussmöglich­keit an das in­ter­ne Netz für den An­trag­stel­ler.

Am 21.04.2009 be­stell­te der An­trag­stel­ler bei der Dienst­stel­le ei­nen Lap­top mit Zu­griffsmöglich­keit auf das In­tra­net, weil ein we­sent­li­cher Teil der Per­so­nal­rats­ar­beit in Ar­beits­grup­pen statt­fin­de (Per­so­nal­rats­sit­zun­gen, Vor­stands­sit­zun­gen, Sit­zun­gen des Ge­samt­per­so­nal­rats und der Per­so­nal­rats­ausschüsse, Ar­beits- und Pro­jekt­grup­pen). Die­se Ar­beits- und Pro­jekt­grup­pen fänden zum Teil in den Be­spre­chungsräum­en I und II im An­bau des Gus­tav-Mes­mer-Hau­ses statt, wo fest in­stal­lier­te Bea­mer zur Verfügung stünden. Um die­se Tech­nik nut­zen zu können, benöti­ge der An­trag­stel­ler ei­nen Lap­top mit An­schlussmöglich­keit ans In­tra­net. Mit ihm soll­ten auf den Sit­zun­gen u.a. für al­le Teil­neh­men­den sicht­bar und nach­voll­zieh­bar Pro­to­kol­le ge­schrie­ben, Un­ter­la­gen ge­mein­sam an­ge­se­hen und be­ar­bei­tet wer­den. Sit­zun­gen fänden nicht nur im An­bau des Al­bert-Uhl-Hau­ses statt. Auch die an­de­ren Be­spre­chungs- und Schu­lungsräume des Zen­trums für Psych­ia­trie sei­en mitt­ler­wei­le fast al­le mit fest in­stal­lier­ten Bea­mern aus­ge­stat­tet. Auch ein Großteil der Ar­beit des Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den fin­de nicht im Per­so­nal­ratsbüro statt. Durch die in den ver­gan­ge­nen Jah­ren er­folg­te Zen­tra­li­sie­rung so­wie die Fu­si­on der drei Zen­tren für Psych­ia­trie sei die­ser Um­stand im­mer mehr verstärkt wor­den. Für den ver­ein­fach­ten Trans­port von Un­ter­la­gen, für Mit­schrif­ten, Pro­to­kol­len so­wie für den Zu­griff auf Un­ter­la­gen, die im In­tra­net hin­ter­legt sei­en, benöti­ge der Per­so­nal­rat zur Un­terstützung die­ser Tätig­kei­ten ei­nen Lap­top mit An­schlussmöglich­keit an das In­tra­net.

Am 19.06.2009 teil­te die Geschäftsführung dem An­trag­stel­ler mit, sie stim­me der Be­schaf­fung ei­nes Lap­tops nicht zu.

Am 30.09.2009 be­schloss der An­trag­stel­ler, zur Er­lan­gung ei­nes Lap­tops mit An­schlussmöglich­keit an das In­tra­net ein ge­richt­li­ches Be­schluss­ver­fah­ren durch­zuführen.

Am 21.12.2009 hat der An­trag­stel­ler das Ver­wal­tungs­ge­richt - Fach­kam­mer für Per­so­nal­ver­tre­tungs­sa­chen (Land) - an­ge­ru­fen. Hier­zu wird vor­ge­tra­gen, die be­son­de­ren be­trieb­li­chen Ge­ge­ben­hei­ten mach­ten es not­wen­dig, dass der An­trag­stel­ler auch ei­nen ei­ge­nen

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Lap­top nut­zen könne. Be­dingt da­durch, dass es ne­ben der Haupt­stel­le Bad Schus­sen­ried meh­re­re Außen­stel­len in Bad Schus­sen­ried, Bi­berach, Ehin­gen, Ried­lin­gen und Au­len­dorf ge­be, fin­de ein Großteil der Per­so­nal­rats­ar­beit außer­halb des Per­so­nal­ratsbüros in der Haupt­stel­le statt. Hin­zu kom­me, dass der An­trag­stel­ler als Teil des Ge­samt­per­so­nal­rats auch in Weis­senau und Zwie­fal­ten Sit­zun­gen wahr­zu­neh­men ha­be. Die ein­zel­nen Ein­rich­zun­gen und Außen­stel­len, in de­nen Per­so­nal­rats-, Vor­stands- und Ge­samt­per­so­nal­rats­sit­zun­gen so­wie Ar­beits- und Pro­jekt­grup­pen- so­wie Aus­schuss­sit­zun­gen stattfänden, lägen räum­lich so weit aus­ein­an­der, dass es nicht möglich sei, kurz­fris­tig Un­ter­la­gen aus dem Per­so­nal­ratsbüro zu be­sor­gen. Der Lap­top ermögli­che den ein­fa­che­ren Trans­port und Zu­griff auf sämt­li­che Un­ter­la­gen über das In­tra­net. Mit­schrif­ten und Pro­to­kol­le könn­ten so­fort und für al­le sicht­bar und nach­voll­zieh­bar ge­fer­tigt wer­den. Außer­dem könn­ten die in fast al­len Be­spre­chungsräum­en vor­han­de­nen Bea­mer zu Power-Point-Präsen­ta­tio­nen ge­nutzt wer­den. Bei den vom wei­te­ren Be­tei­lig­ten zur Verfügung ge­stell­ten Lap­tops han­de­le es sich je­weils um ver­schie­de­ne Mo­del­le, die un­ter­schied­lich kon­fi­gu­riert sei­en und mit de­nen es im­mer wie­der zu Pro­ble­men kom­me, so dass sie nicht ein­setz­bar sei­en. Da­zu­hin verfügten sie nicht über ei­nen 1T-Netz-An­schluss, so dass ein Zu­griff auf die auf dem Ser­ver ge­spei­cher­ten Da­ten nicht möglich sei. We­gen des bis­her feh­len­den ei­ge­nen Lap­tops müss­ten Un­ter­la­gen, die in der Sit­zung be­spro­chen wer­den soll­ten, stets aus­ge­druckt und ver­vielfältigt wer­den. Tau­che Un­vor­her­ge­se­he­nes auf, müsse die Sit­zung u.U. ver­tagt wer­den. Ein Lap­top ermögli­che die An­fer­ti­gung der Pro­to­kol­le ge­mein­sam vor Ort an­stel­le der hand­schrift­li­chen Pro­to­kollführung und des späte­ren Über­trags in den PC. Die vom wei­te­ren Be­tei­lig­ten ge­fer­tig­te Auf­stel­lung zei­ge, dass Mit­glie­der der Geschäfts­lei­tung, re­gio­na­le Geschäfts­be­reichs­lei­tun­gen, As­sis­ten­ten und Be­auf­trag­te der Geschäfts­lei­tung, Mit­ar­bei­ter des Qua­litäts­ma­nage­ments, der Öffent­lich­keits­ar­beit, des Pres­se­re­fe­rats, der Ver­wal­tung, der IT-Ab­tei­lung, der Tech­nik und des ärzt­li­chen Diens­tes Lap­tops mit Netz­zu­gang nutz­ten. Lap­tops würden da­mit sehr breit in den ver­schie­dens­ten Be­rei­chen ein­ge­setzt und sei­en nicht nur ei­ner ganz be­stimm­ten Aus­wahl von Beschäftig­ten auf obers­ter Lei­tungs­ebe­ne vor­be­hal­ten. Die An­zahl der im Ein­satz be­find­li­chen Lap­tops ha­be sich zu­dem noch stark erhöht und wer­de sich wei­ter erhöhen. Es wer­de über­legt, auf Wunsch die sta­ti­onären PCs der Ärz­te ge­gen Lap­tops aus­zu­tau­schen. Der Um­stand, dass nicht al­le Mit­glie­der auf Lei­tungs­ebe­ne über Lap­tops verfügten, lie­ge dar­an, dass dies nicht al­le woll­ten. Zu­dem hätten die Mit­ar­bei­ter der Geschäftsführung weit­aus mehr Möglich­kei­ten zur De­le­ga­ti­on von Ar­bei­ten während der Be­spre­chun­gen. Der Per­so­nal­rat ha­be die­se Möglich­keit nicht. Das Ar­gu­ment des wei­te­ren Be­tei­lig­ten, das Si­cher­heits­ri­si­ko bei der Ver­wen­dung ei­nes Lap­tops durch den An­trag­stel­ler sei höher als bei den bis­her mit Lap-

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tops ar­bei­ten­den Mit­ar­bei­tern, sei nicht über­zeu­gend und dis­kre­di­tie­re den Per­so­nal­rat als Gre­mi­um. Es wer­de be­strit­ten, dass die bis­her ein­ge­setz­ten Lap­tops aus­sch­ließlich von Ein­zel­per­so­nen ge­nutzt würden. So­weit be­kannt, wer­de die über­wie­gen­de Mehr­zahl der Lap­tops von meh­re­ren Mit­ar­bei­tern ge­nutzt. Ein Un­ter­schied zur Nut­zung durch den Per­so­nal­rat be­ste­he al­so nicht. Die vom wei­te­ren Be­tei­lig­ten vor­ge­tra­ge­nen Si­cher­heits­be­den­ken gälten für al­le im Ein­satz be­find­li­chen Lap­tops glei­cher­maßen. Es sei­en grundsätz­li­che Vor­keh­run­gen für ei­nen si­che­ren Be­trieb sol­cher Geräte not­wen­dig. Die IT-Ab­tei­lung ar­bei­te an ei­nem neu­en Si­cher­heits­kon­zept, das die in­di­vi­du­el­le Iden­ti­fi­zie­rung ei­nes je­den ein­zel­nen Pe­ri­phe­rie­gerätes und da­mit die geräte­spe­zi­fi­sche Rech­te­zu­tei­lung er­lau­be. Da­mit sei ei­ne be­son­de­re Gefähr­dung der Da­ten­si­cher­heit durch ei­nen Per­so­nal­rats-PC aus­ge­schlos­sen. Durch die Mehr­fach­nut­zung der vier Leih­geräte erhöhe sich die Ge­fahr für die auf ih­nen ge­spei­cher­ten Da­ten und für den An­trag­stel­ler sei das Ri­si­ko groß, dass ver­trau­li­che Da­ten des Per­so­nal­rats ver­se­hent­lich von an­de­ren Nut­zern ge­le­sen wer­den könn­ten. Nicht je­der Per­so­nal­rat könne über al­le im Be­trieb in an­de­ren Räum­lich­kei­ten vor­han­de­nen Desk­top-PCs auf das ZfP-Da­ten­netz zu­grei­fen. Die Per­so­nal­rats­ar­beit sei durch die Re­gio­na­li­sie­rung des Be­triebs und der da­mit ver­bun­de­nen wach­sen­den An­zahl an Außen­stel­len nicht mehr auf die Dienst­stel­le Bad Schus­sen­ried zu be­schränken. Dies schränke die ef­fek­ti­ve Per­so­nal­rats­ar­beit stark ein. Der Per­so­nal­rat sol­le in der La­ge sein, mo­derns­te Tech­ni­ken nut­zen zu können. Der Vor­schlag, an­de­re PCs im Hau­se zu nut­zen, set­ze vor­aus, dass ge­nau dann, wenn der Zu­griff auf Da­ten des Per­so­nal­rats nötig wer­de, auch ein PC in ei­nem an­lie­gen­den Büro frei sei. Da­zu müss­te der dort ar­bei­ten­de Mit­ar­bei­ter je­weils sei­ne Ar­beit un­ter­bre­chen. Ei­ne sol­che Lösung könne al­len­falls im Not­fall an­ge­wen­det wer­den. An­sons­ten sähe sich der Per­so­nal­rat ständig Kon­flik­ten mit die­sen Mit­ar­bei­tern aus­ge­setzt, was ihm ei­ne in­ter­es­sen­ge­rech­te Ver­tre­tung er­schwe­re. Durch die überört­li­che Aus­wei­tung von Un­ter­neh­men stie­gen auch die An­for­de­run­gen an die Mo­bi­lität der Mit­ar­bei­ter und Per­so­nal­rats­mit­glie­der. Ein Ar­bei­ten an Desk­top-PCs und Leih-PCs sei für den Per­so­nal­rat zwar möglich, doch kaum mehr zu­mut­bar. Es ge­he dar­um, dass er sei­ne Auf­ga­ben, die mit der Größe der Dienst­stel­le und der An­zahl der Beschäftig­ten re­gelmäßig zunähmen, so zeit­spa­rend und ef­fek­tiv er­le­di­gen könne, wie es mitt­ler­wei­le dem Stan­dard ent­spre­che. An­er­ken­ne man die Ar­beits­er­leich­te­rung selbst nicht als aus­schlag­ge­ben­den Punkt an, sei die lau­fen­de Geschäftsführung quan­ti­ta­tiv und qua­li­ta­tiv in den ver­gan­ge­nen Jah­ren so an­ge­wach­sen, dass mit lo­ka­len PCs die Pflich­ten des Per­so­nal­rats von die­sem nicht in ge­bo­te­nem Um­fang er­le­digt wer­den könn­ten.

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Der An­trag­stel­ler be­an­tragt,

fest­zu­stel­len, dass der wei­te­re Be­tei­lig­te ver­pflich­tet ist, ihm ei­nen Lap­top mit An­schlussmöglich­keit an das IT-Netz der Dienst­stel­le zur Verfügung zu stel­len.

Der wei­te­re Be­tei­lig­te be­an­tragt,

den An­trag ab­zu­leh­nen.

Hier­zu wird vor­ge­tra­gen, von den 3.000 Mit­ar­bei­ter/in­nen des Zen­trums für Psych­ia­trie nutz­ten 2.000 Mit­ar­bei­ter/in­nen die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie mit über am Netz an­ge­bun­de­ne Stand­geräte. Le­dig­lich 93 be­weg­li­che Geräte (Lap­tops) für Aus­nah­me­be­rei­che sei­en zunächst im Ein­satz ge­we­sen. Die­se Zahl ha­be sich mitt­ler­wei­le um 9 erhöht. Von den 93 Lap­tops sei­en aus Da­ten­si­cher­heits­gründen nur 53 Geräte mit Netz­zu­gang aus­ge­stat­tet ge­we­sen. Dies über­wie­gend dort, wo es un­umgäng­lich sei, z.B. im ärzt­li­chen Dienst und im Pfle­ge­dienst für die Me­di­Ca­re-Do­ku­men­ta­ti­on (elek­tro­ni­sche Pa­ti­en­ten­ak­te). Von den (ursprüng­lich) 53 Geräten mit Netz­zu­gang sei­en 32 im Ein­satz für die Do­ku­men­ta­ti­on der Pa­ti­en­ten­be­hand­lung ge­we­sen. Le­dig­lich 21 Geräte hätten an­de­ren Zwe­cken ge­dient. Nicht ein­mal die obers­te Lei­tungs­ebe­ne, die so­ge­nann­te Geschäfts­lei­tung, die aus zehn Per­so­nen be­ste­he, verfüge vollständig über Lap­tops und er­hal­te sie nur bei Be­darf. Le­dig­lich acht von die­sen zehn Per­so­nen sei ein Lap­top zur Verfügung ge­stellt. Nur vier da­von verfügten über ei­nen Netz­zu­gang. In der Ver­wal­tung mit über 90 Mit­ar­bei­ter/in­nen sei­en nur vier Lap­tops aus­ge­ge­ben, zwei da­von mit Netz­zu­gang. Im IT-Re­chen­zen­trum mit 24 Mit­ar­bei­tern sei­en le­dig­lich fünf Lap­tops im Ein­satz, ei­ner da­von mit Netz­zu­gang. Kei­ner der acht Ab­tei­lungs­lei­tun­gen in­ner­halb der Ver­wal­tung (so­ge­nann­te zen­tra­le Funk­tio­nen) sei ein Lap­top zur Verfügung ge­stellt. Dar­aus wer­de er­sicht­lich, dass Lap­tops nicht zur Stan­dard­ausrüstung gehörten. Es exis­tie­re nicht ei­ne ein­zi­ge Lei­tungs­ebe­ne, die vollständig mit Lap­tops mit Netz­zu­gang aus­ge­stat­tet sei. Das Si­cher­heits­ri­si­ko von Lap­tops, spe­zi­ell sol­cher mit Di­rekt­zu­griff auf das „Fir­men­netz", sei un­verhält­nismäßig größer als je­nes von Desk­top-PCs. Die größten Si­cher­heits­ri­si­ken sei­en da­bei das Ein­schlep­pen von Schad­soft­ware in das geschütz­te Netz so­wie der un­be­fug­te Da­ten­trans­fer an Drit­te. Der ar­beits­or­ga­ni­sa­to­ri­sche Vor­teil, der durch die Nut­zung ei­nes Lap­tops möglich wer­de, sei bei nur sehr we­ni­gen Ar­beitsplätzen so groß, dass zu ver­ant­wor­ten sei, das be­schrie­be­ne Ri­si­ko ein­zu­ge­hen. Beim An­trag­stel­ler kom­me ein höhe­res Ri­si­ko hin­zu, da er nicht aus ei­ner Ein­zel­per­son, son­dern aus elf Mit­glie­dern zuzüglich Er­satz­mit­glie­dern be­ste­he, die,

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zusätz­lich auch die Se­kretärin, die­sen Lap­top nut­zen könn­ten. Hin­zu zum höhe­ren Ri­si­ko müsse für die Wirt­schaft­lich­keits­be­rech­nung der höhe­re An­schaf­fungs­auf­wand so­wie die höhe­ren Be­treu­ungs­kos­ten und der War­tungs­auf­wand berück­sich­tigt wer­den. Spe­zi­ell beim An­trag­stel­ler ste­he ei­ne even­tu­ell ef­fek­ti­ve­re Ar­beits­wei­se in ei­nem sehr ungüns­ti­gen Verhält­nis zum Ri­si­ko und zur Wirt­schaft­lich­keit. Ein Lap­top mit Netz­zu­gang sei für den An­trag­stel­ler nicht er­for­der­lich, da sämt­li­che Per­so­nal­rats­mit­glie­der über ei­nen Desk­top-PC auf Per­so­nal­rats­da­tei­en - selbst im Rah­men von Sit­zun­gen und in Außen­stel­len - zu­grei­fen könn­ten. Dem An­trag­stel­ler sei zu­zu­mu­ten, im Be­darfs­fall von ei­nem Be­spre­chungs­raum in ei­nen Büro­raum zu wech­seln, wo er auf sei­ne Per­so­nal­rats­da­tei­en zu­grei­fen könne. Zu­dem be­ste­he die Möglich­keit, Pro­to­kol­le mit ei­nem so­ge­nann­ten Leih-Lap­top ab­zu­fas­sen. Ein sol­cher Lap­top könne auch an ei­nen Bea­mer an­ge­schlos­sen wer­den. Lap­tops mit Netz­zu­gang gehörten nicht zur Stan­dard­ausrüstung der Beschäftig­ten im Zen­trum für Psych­ia­trie. Die Dienst­stel­le pla­ne den Ein­satz ei­nes lT-Pro­gramms zum si­che­ren Be­trieb von Lap­tops. Die­ses bis­her feh­len­de Pro­gramm sei auch der Grund, war­um na­he­zu die Hälf­te al­ler außer­halb des pfle­ge­ri­schen/ärzt­li­chen Be­reichs zur Verfügung ge­stell­ten Lap­tops oh­ne Netz­zu­gang be­trie­ben wer­de. Die Dienst­stel­le könne sich vor­stel­len, in ei­nem der bei­den Be­spre­chungsräume in Ab­stim­mung mit dem Per­so­nal­rat ei­nen sta­ti­onären PC zu in­stal­lie­ren.

We­gen des wei­te­ren Vor­brin­gens der Be­tei­lig­ten wird auf de­ren Schriftsätze Be­zug ge­nom­men.

II.

Der nach § 86 Abs. 1 Nr. 3 LPVG statt­haf­te An­trag ist auch im Übri­gen zulässig.

Er ist auch be­gründet.

Nach § 45 Abs. 2 LPVG hat die Dienst­stel­le der Per­so­nal­ver­tre­tung für die Sit­zun­gen, Sprech­stun­den und lau­fen­de Geschäftsführung in er­for­der­li­chem Um­fang Räume, Geschäfts­be­darf und Schreib­kräfte zur Verfügung zu stel­len. Die vom An­trag­stel­ler be­gehr­te Aus­stat­tung mit ei­nem an das In­tra­net der Dienst­stel­le an­sch­ließba­ren Lap­top gehört zu sei­nem Geschäfts­be­darf im Sin­ne die­ser Vor­schrift und ist auch er­for­der­lich.

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Der Be­griff des er­for­der­li­chen Um­fangs in § 45 Abs. 2 LPVG ist ein un­be­stimm­ter Rechts­be­griff, der zunächst der Be­ur­tei­lung des Per­so­nal­rats un­ter­liegt. Die Er­for­der­lich­keit ist von der Per­so­nal­ver­tre­tung dar­zu­le­gen (hier­zu ins­ge­samt VGH Ba­den-Würt­tem­berg, Be­schluss vom 09.10.2001 PB 15 S 2437/00 - Ju­ris).

Die Per­so­nal­ver­tre­tung ist zwar weit­ge­hend frei in der Ent­schei­dung, wel­cher Mit­tel sie sich zur Erfüllung ih­rer Auf­ga­ben be­dient. Sie ist aber auch in die­sem Rah­men an den Grund­satz der wirt­schaft­li­chen und spar­sa­men Haus­haltsführung ge­bun­den (vgl. VGH Ba­den-Würt­tem­berg a.a.O. un­ter Hin­weis auf StGH Bad.-Württ., Ur­teil vom 14.02.1975, NJW 1975, 1205, 1207). Die Er­for­der­lich­keit des Geschäfts­be­darfs zur sach­ge­rech­ten Auf­ga­ben­erfüllung des Per­so­nal­rats be­stimmt sich un­ter Berück­sich­ti­gung der be­trieb­li­chen Verhält­nis­se nach In­halt und Um­fang der vom Per­so­nal­rat wahr­zu­neh­men­den Auf­ga­ben (vgl. VGH Ba­den-Würt­tem­berg a.a.O. un­ter Hin­weis auf BAG, Be­schluss vom 11.03.1998, PersR 1998, 437 f.). Die not­wen­di­ge Dar­le­gung der Er­for­der­lich­keit kann aber auch bei Be­trie­ben ab ei­ner be­stimm­ten größeren Mit­ar­bei­ter­zahl nicht un­ter­blei­ben. Mit der Größe der Dienst­stel­le und der An­zahl der Beschäftig­ten steigt zwar re­gelmäßig die Ar­beits­be­las­tung des Per­so­nal­rats bei der Ausübung von Mit­wir­kungs- und Mit­be­stim­mungs­rech­ten. Das er­leich­tert die Dar­le­gung von Tat­sa­chen für die Er­for­der­lich­keit der Aus­stat­tung. Ei­ne vollständi­ge Be­frei­ung von dem Er­for­der­nis der Dar­le­gung ge­genüber der Dienst­stel­le folgt dar­aus je­doch nicht (vgl. VGH Ba­den-Würt­tem­berg a.a.O. m.w.N.). Er­for­der­lich­keit ver­langt mehr als bloße Nütz­lich­keit und Zweckmäßig­keit (LAG Schles­wig-Hol­stein, Be­schluss vom 27.01.2010 - 3 TaBV 31/09 - Ju­ris zu der ver­gleich­ba­ren Vor­schrift des § 40 Abs. 2 Be­trVG). Die fort­schrei­ten­de tech­ni­sche Ent­wick­lung und der Ver­brei­tungs­grad er­lan­gen nur dann Be­deu­tung, wenn sie sich in den kon­kre­ten be­trieb­li­chen Verhält­nis­sen nie­der­schla­gen (LAG Schles­wig-Hol­stein a.a.O.), d.h. zu berück­sich­ti­gen ist auch, wel­che In­for­ma­ti­ons- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­sys­te­me der Dienst­stel­le zur Verfügung ste­hen (vgl. Gra­ben­dorff/Il­bertz/VVid­mai­er, Bun­des­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setz, 9. Aufl., 1999, § 44 Rd­Nr. 18).

Un­ter Be­ach­tung die­ser Grundsätze ist die In­ne­ha­bung ei­nes Lap­tops für den An­trag­stel­ler er­for­der­lich. Zunächst ist da­von aus­zu­ge­hen, dass ei­ne EDV-Grund­aus­stat­tung (PC nebst Pe­ri­phe­rie­geräten und Soft­ware) re­gelmäßig ein un­ver­zicht­ba­res Ar­beits­mit­tel des Per­so­nal­rats dar­stellt (vgl. LAG Hamm, Be­schluss vom 26.02.2010 - 10 TaBV - Ju­ris un­ter Hin­weis auf LAG Bre­men, Be­schluss vom 04.06. 2009 - TaBV 4/09 - Ju­ris - für die ver­gleich­ba­re Vor­schrift des § 40 Abs. 2 Be­trVG). Zwar hat das Bun­des­ar­beits­ge­richt ent-

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schie­den (Be­schluss vom 16.05.2007 - 7 ABR 45/06 - Ju­ris), aus Ef­fek­ti­vitäts­gründen dürfe der Be­triebs­rat die Über­las­sung ei­nes PCs nur für er­for­der­lich hal­ten, wenn er oh­ne die­se tech­ni­sche Aus­stat­tung ihm ob­lie­gen­de Auf­ga­ben ver­nachlässi­gen müss­te. Je­doch hat es „in Ab­gren­zung" zu die­ser Recht­spre­chung jüngst aus­geführt (vgl. Be­schluss vom 17.02.2010 7 ABR 81/09 - Ju­ris), so­weit der Be­triebs­rat be­triebs­ver­fas­sungs­recht­li­che Auf­ga­ben wahr­neh­me, sei in der Re­gel da­von aus­zu­ge­hen, dass das In­ter­net der Erfüllung die­ser Auf­ga­ben die­ne und dem An­spruch des Be­triebs­rats auf Ein­rich­tung ei­nes In­ter­net­zu­gangs nicht ent­ge­gen­ste­he, dass in der be­trof­fe­nen Fi­lia­le des Ar­beit­ge­bers bis­lang an kei­nem PC ein In­ter­net­an­schluss exis­tie­re. Die Er­for­der­lich­keit ei­ner EDV-Grund­aus­stat­tung ist je­den­falls zwi­schen den Be­tei­lig­ten nicht strei­tig, da sie zur Stan­dard­ausrüstung der An­stalt zählt, nach­dem nach den Dar­le­gun­gen des wei­te­ren Be­tei­lig­ten von den ca. 3000 Beschäftig­ten ca. 2000 Beschäftig­te die In­for­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie über an das Netz an­ge­bun­de­ne Stand­geräte nut­zen und ca. wei­te­re 100 Beschäftig­te Lap­tops, wo­von et­wa die Hälf­te an das Netz an­ge­schlos­sen sind.

Da die Per­so­nal­rats­ar­beit aber so­wohl in der Dienst­stel­le in Bad Schus­sen­ried in un­ter­schied­li­chen Gebäuden und Räum­lich­kei­ten als auch in den Außen­stel­len in Au­len­dorf, Bi­berach, Ehin­gen, Ried­lin­gen und wie die münd­li­che Ver­hand­lung er­ge­ben hat - Ulm so­wie an den an­de­ren Stand­or­ten der An­stalt in Weis­senau und Zwie­fal­ten statt­fin­det und der An­trag­stel­ler bei der da­durch not­wen­di­gen Rei­setätig­keit auf den Zu­griff auf durch die EDV ver­wal­te­te Da­ten an­ge­wie­sen ist, be­darf er zur Erfüllung sei­ner Auf­ga­ben ei­nes mo­bi­len Com­pu­ters mit An­schlussmöglich­keit an das In­tra­net. In die­sem Zu­sam­men­hang hat der An­trag­stel­ler in der münd­li­chen Ver­hand­lung auf 40 bis 50 Sit­zun­gen von Ar­beits­grup­pen hin­ge­wie­sen, die sich u.a. mit der Hand­ha­bung der Her­bei­ru­fung von Mit­ar­bei­tern aus der Frei­zeit in den Dienst, dem Ab­schluss von Dienst­ver­ein­ba­run­gen und der Ar­beits­si­cher­heit be­fas­sen, so­wie auf den sog. Bau­aus­schuss. Die Ar­beits­grup­pen und der Bau­aus­schuss ta­gen in un­ter­schied­li­chen Or­ten und Räum­en in­ner­halb Bad Schus­sen­rieds, die Ar­beits­grup­pen in 10-20 Fällen pro Jahr auch an den an­de­ren Stand­or­ten der An­stalt in Au­len­dorf, Bi­berach, Ehin­gen, Ried­lin­gen, Ulm, Weis­senau und Zwie­fal­ten. Fer­ner hat nach den An­ga­ben in der münd­li­chen Ver­hand­lung der Vor­sit­zen­de des An­trag­stel­lers über das Jahr ver­teilt in nicht un­beträcht­li­chem Um­fang an al­len an­de­ren Stand­or­ten des Bad Schus­sen­rie­der Teils der An­stalt, was der wei­te­re Be­tei­lig­te zu­min­dest für 15 Ta­ge im Jahr nicht be­strei­tet, Außen­t­er­mi­ne wahr­zu­neh­men.

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Für die Er­for­der­lich­keit der In­ne­ha­bung ei­nes Lap­tops mit Netz­an­schluss kann sich der An­trag­stel­ler auch dar­auf be­ru­fen, dass die Dienst­stel­le die Aus­stat­tung mit an das In­tra­net an­sch­ließba­ren Lap­tops an­de­ren mit der Per­so­nal­rats­ar­beit ver­gleich­ba­ren Ar­beits­ebe­nen in der Dienst­stel­le wie den Mit­ar­bei­tern des Qua­litäts­ma­nage­ments und je­nen der Öffent­lich­keits­ar­beit, fer­ner auch den As­sis­ten­ten und Be­auf­trag­ten der Geschäfts­lei­tung und den re­gio­na­len Geschäfts­be­reichs­lei­tun­gen zur Verfügung stellt. Der Ein­satz die­ser Aus­stat­tung ist da­mit zu­min­dest für die­se Ar­beits­be­rei­che, mit de­nen der Per­so­nal­rat auf Grund sei­ner Funk­ti­on in­ner­halb der An­stalt an­ge­sichts der ihm nach §§ 68 ff. LPVG über­tra­ge­nen Auf­ga­ben oh­ne wei­te­res ver­gleich­bar ist, Stan­dard. Wich­ti­ger Maßstab der Er­for­der­lich­keit ist aber die Stan­dard­aus­stat­tung der Dienst­stel­le (vgl. Alt­va­ter/Ha­mer/Oh­ne­s­org/Pei­se­ler, BPers­VG § 44 Rn. 56 m.w.N.). Un­ter dem As­pekt des Be­hin­de­rungs­ver­bots muss die Aus­stat­tung des Per­so­nal­rats mit der tech­ni­schen Ent­wick­lung der Dienst­stel­le Schritt hal­ten (vgl. Fi­scher/Goe­res, GKÖD, § 44 BPers­VG Rn. 73a).

Auch wenn nach den An­ga­ben des Ver­tre­ters des wei­te­ren Be­tei­lig­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung für die Sit­zun­gen der Ar­beits­grup­pen und der an­de­ren Tätig­kei­ten des Per­so­nal­rats an den un­ter­schied­li­chen Or­ten der Zu­griff auf sta­ti­onäre PCs möglich ist, entfällt bei zu­min­dest rund 15 Ter­min­ver­pflich­tun­gen des Vor­sit­zen­den des An­trag­stel­lers außer­halb Bad Schus­sen­rieds und 40 bis 50 Ar­beits­grup­pen­sit­zun­gen in un­ter­schied­li­chen Räum­en bzw. 10 bis 20 Ar­beits­grup­pen­sit­zun­gen außer­halb Bad Schus­sen­rieds die Er­for­der­lich­keit der In­ne­ha­bung ei­nes netzfähi­gen Lap­tops nicht. Denn zum ei­nen ha­ben die Ver­tre­ter des An­trag­stel­lers in der münd­li­chen Ver­hand­lung dar­ge­legt, dass nicht al­le Per­so­nal­rats­mit­glie­der an frem­den sta­ti­onären PCs Zu­griff auf Per­so­nal­rats­da­ten ha­ben. Zum an­de­ren er­scheint der Zu­griff auf Per­so­nal­rats­da­ten mit Hil­fe von frem­den sta­ti­onären PCs, selbst so­weit die­ser ein­zel­nen Per­so­nal­rats­mit­glie­der möglich ist, nicht zu­mut­bar, weil er mit Sit­zungs­un­ter­bre­chun­gen und der Be­reit­schaft an­de­rer Mit­ar­bei­ter zur Frei­ga­be des PCs ver­bun­den ist. Die vom wei­te­ren Be­tei­lig­ten für vor­stell­bar erklärte Auf­stel­lung ei­nes sta­ti­onären PCs in ei­nem der vom An­trag­stel­ler ge­nutz­ten Be­spre­chungsräume in Bad Schus­sen­ried be­sei­tigt die Not­wen­dig­keit des Ein­sat­zes ei­nes netzfähi­gen Lap­tops nicht, wenn, wie dar­ge­legt, ei­ne Viel­zahl von Ter­mi­nen des Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den und Ar­beits­grup­pen­sit­zun­gen in an­de­ren Räum­lich­kei­ten in Bad Schus­sen­ried und an­dern­orts statt­fin­den. Dass sich bei die­sen Per­so­nal­rats­auf­ga­ben im­mer wie­der die Not­wen­dig­keit er­gibt, auf Per­so­nal­rats­da­ten, die auf dem Ser­ver ab­ge­legt sind, zurück­zu­grei­fen, hat der An­trag­stel­ler über­zeu­gend dar­ge­legt. Es be­ste­hen kei­ne Zwei­fel, dass et­wa auf Dienst­ver­ein­ba­run­gen und Be­spre­chungs­pro­to­kol­le ein Zu­griff be­ste­hen muss, um In­for-

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ma­tio­nen für Ar­beits­grup­pen­sit­zun­gen und die Auf­ga­ben des Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­den sach­ge­recht er­le­di­gen zu können. Es ist da­her von der Not­wen­dig­keit des Zu­griffs auf Per­so­nal­rats­da­ten im In­tra­net, der nur über ei­nen netzfähi­gen Lap­top zu­mut­bar erfüllt wer­den kann, aus­zu­ge­hen.

Die Zur­verfügung­stel­lung ei­nes mo­bi­len Com­pu­ters wird von der Recht­spre­chung zwar oh­ne nähe­re Dar­le­gung nicht für er­for­der­lich ge­hal­ten, wenn grundsätz­lich in den ein­zel­nen Be­trie­ben sta­ti­onäre Com­pu­ter zur Verfügung ste­hen (vgl. LAG Köln, Be­schluss vom 17.10.1997 - 11 TaBV 15/97 - Ju­ris - zu § 40 Abs. 2 Be­trVG). Der An­trag­stel­ler hat die Er­for­der­lich­keit dem­ge­genüber un­ter Hin­weis auf die auswärti­gen Tätig­kei­ten hin­rei­chend be­gründet. Für ei­ne Per­so­nal­ver­tre­tung, de­ren Auf­ga­ben­erfüllung mit nicht un­beträcht­li­cher auswärti­ger Tätig­keit ver­bun­den ist, ist ein mo­bi­ler Com­pu­ter not­wen­dig (vgl. Lo­ren­zen/Sch­mitt und an­de­re, BPers­VG § 44 Rn. 40c). Es kann nicht sinn­voll sein, ei­nem Per­so­nal­rat mit Rei­setätig­kei­ten nicht die tech­ni­schen Mit­tel zur Verfügung zu stel­len, die er benötigt, um auch bei sol­chen Anlässen Per­so­nal­rats­ar­beit er­le­di­gen zu können (II-bert­zANid­mai­er BPers­VG § 44 Rn. 20e m.w.N.).

Die vom wei­te­ren Be­tei­lig­ten vor­ge­tra­ge­nen Si­cher­heits­pro­ble­me ste­hen der Er­for­der­lich­keit ei­nes Lap­tops für den An­trag­stel­ler nicht ent­ge­gen. Nach sei­nem - zwar be­strit­te­nen Vor­trag kann sich be­reits jetzt je­des Per­so­nal­rats­mit­glied, je­den­falls können sich zu­min­dest ein­zel­ne Per­so­nal­rats­mit­glie­der auf frem­den PCs der Dienst­stel­le an­mel­den und auf das In­tra­net zu­grei­fen. Mit Hil­fe ei­nes Lap­tops be­steht für das ein­zel­ne Per­so­nal­rats­mit­glied un­ter Ver­wen­dung der persönli­chen Ken­nung le­dig­lich die wei­te­re Möglich­keit, auch auf Per­so­nal­rats­da­ten zu­zu­grei­fen. In­so­fern un­ter­schei­det sich der Zu­griff über ei­nen Lap­top von je­nem über frem­de sta­ti­onäre PCs oder über den wei­te­ren zur Un­terstützung der Per­so­nal­rats­ar­beit zur Neu­ein­rich­tung an­ge­bo­te­nen sta­ti­onären PC in ei­nem der Be­spre­chungsräume, die der Per­so­nal­rat in Bad Schus­sen­ried häufig be­nutzt, nur hin­sicht­lich der An­zahl der zu­griffs­be­rech­tig­ten Per­so­nen. In die­sem Zu­sam­men­hang ist aber dar­auf hin­zu­wei­sen, dass Per­so­nal­rats­mit­glie­der nicht mehr und nicht we­ni­ger als an­de­re Beschäftig­te ver­pflich­tet und auch in der La­ge sind, die zur Be­nut­zung der EDV vor­han­de­nen Dienst­vor­schrif­ten zu be­ach­ten. Darüber hin­aus be­stand in der münd­li­chen Ver­hand­lung Ei­nig­keit der Be­tei­lig­ten darüber, dass die Ge­fahr, Schad­soft­ware in das Netz zu brin­gen, über ein neu­es Si­cher­heits­kon­zept, das der wei­te­re Be­tei­lig­te oh­ne­hin als­bald ein­zuführen be­ab­sich­tigt, weit­ge­hend mi­ni­miert wer­den kann. In die­sem Zu­sam­men­hang ist schließlich von Be­deu­tung, dass, wie die münd­li­che Ver­hand­lung er­ge­ben hat, der wei­te­re Be­tei­lig-

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te - von ihm nicht be­strit­ten - bei der Tätig­keit an­de­rer ört­li­cher Per­so­nalräte der An­stalt dul­det, dass ein­zel­ne Per­so­nal­rats­mit­glie­der in Per­so­nal­rats­sit­zun­gen pri­va­te Lap­tops ver­wen­den und Da­ten von die­sen Lap­tops in das An­stalts­netz über­tra­gen, fer­ner dass bis­lang die Ver­wen­dung pri­va­ter Hard­ware durch in der An­stalt prak­ti­zie­ren­de Stu­den­ten hin­ge­nom­men wird, bei­des Umstände, die Ge­fah­ren­po­ten­zi­al ber­gen.

Durch die Zur­verfügung­stel­lung ei­nes dienst­li­chen Lap­tops oh­ne Netz­zu­gang von Fall zu Fall ist den Be­lan­gen des An­trag­stel­lers nicht ge­dient, weil da­mit ge­ra­de nicht die Möglich­keit des Zu­griffs auf des­sen al­lein im Netz vor­han­de­ne Da­ten be­steht und die­se Da­ten da­mit im Be­darfs­fall we­der zur Ein­sicht­nah­me noch zur Be­ar­bei­tung zur Verfügung ste­hen. Letz­te­res ist je­doch für den An­trag­stel­ler we­gen der häufig an un­ter­schied­li­chen Or­ten statt­fin­den­den Tätig­kei­ten er­for­der­lich.

Der fi­nan­zi­el­le- und Un­ter­halts­auf­wand für ei­nen Lap­top kann des­sen Er­for­der­lich­keit eben­falls nicht ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den. Da­bei ist zu berück­sich­ti­gen, dass die An­schaf­fungs­kos­ten bei et­wa 5% des jähr­li­chen Sach­mit­tel­be­darfs des An­trag­stel­lers lie­gen und die Un­ter­hal­tungs­kos­ten je­ne ei­nes sta­ti­onären PCs, des­sen zusätz­li­che Zur­verfügung­stel­lung dem An­trag­stel­ler für ei­nen Be­spre­chungs­raum ja be­reits an­ge­bo­ten wor­den ist, nicht über­stei­gen dürf­ten. Das vom wei­te­ren Be­tei­lig­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung ein­geführ­te Ar­gu­ment, der an­ge­bo­te­ne sta­ti­onäre PC könne even­tu­ell aus dem Be­stand zur Verfügung ge­stellt wer­den, gilt an­ge­sichts der rund 60 im Ge­brauch be­find­li­chen und in Fra­ge kom­men­den Lap­tops - wenn­gleich nicht in dem­sel­ben Um­fang - auch für die­se.

Wenn die zur Auf­ga­ben­erfüllung des Per­so­nal­rats be­ru­fe­nen Mit­glie­der bei der Wahr­neh­mung der der Zahl nach nicht un­beträcht­li­chen auswärti­gen Auf­ga­ben kei­nen Zu­griff auf die ge­spei­cher­ten Per­so­nal­rats­da­ten neh­men können, wird die sach­gemäße Er­le­di­gung der Auf­ga­ben mit der Ge­fahr ih­rer Ver­nachlässi­gung un­zu­mut­bar er­schwert und da­mit be­ein­träch­tigt. Die sach­ge­rech­te Wahr­neh­mung der Per­so­nal­rats­ar­beit ge­bie­tet, ge­ra­de an­ge­sichts der Aus­stat­tung ver­gleich­ba­rer Ar­beits­be­rei­che, auch un­ter dem As­pekt des Be­hin­de­rungs­ver­bots (vgl. Fi­scher/Goe­res, GKÖD, § 44 BPers­VG Rn. 73a) die In­ne­ha­bung ei­nes netzfähi­gen Lap­tops. Der Um­stand, dass der Lei­te­rin der Per­so­nal­ab­tei­lung und de­ren Stell­ver­tre­ter bis­lang ein Lap­top nicht zur Verfügung ge­stellt wor­den ist, recht­fer­tigt die Ab­leh­nung für den An­trag­stel­ler nicht. Es ist we­der dar­ge­legt noch er­sicht­lich, dass die Lei­tung der Per­so­nal­ab­tei­lung in ver­gleich­ba­rer Wei­se Auswärts­ter­mi­ne wie der Per­so­nal­rats­vor­sit­zen­de und die ein­zel­nen Ar­beits­grup­pen des Per­so­nal­rats wahr­zu­neh­men hat.

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An­ge­sichts der sub­stan­ti­ier­ten Dar­le­gung der Tätig­keit des An­trag­stel­lers ist nicht er­sicht­lich, dass sich seit der Zu­sam­men­le­gung der An­stalt und Schaf­fung ei­nes Ge­samt­per­so­nal­rats zum 01.01.2009 die Per­so­nal­rats­ar­beit der­ge­stalt verändert und auf den Ge­samt­per­so­nal­rat ver­la­gert hat, dass die In­ne­ha­bung ei­nes Lap­tops nicht not­wen­dig wäre.

Sch­ließlich spricht auch der Um­stand, dass an den un­ter­schied­li­chen Ein­satz­or­ten ei­nes Lap­tops zunächst ein Netz­zu­gang ge­schaf­fen wer­den muss, nicht ge­gen des­sen Not­wen­dig­keit. Denn die Schaf­fung ei­nes Netz­zu­gangs für ei­nen Lap­top er­for­dert nach den An­ga­ben der Be­tei­lig­ten in der münd­li­chen Ver­hand­lung kei­nen höhe­ren tech­ni­schen Auf­wand als die bis­her schon prak­ti­zier­te Frei­schal­tung ei­nes sta­ti­onären PCs in ei­nem Be­spre­chungs­raum und lässt sich nach Vor­an­mel­dung des An­trag­stel­lers kurz­fris­tig er­le­di­gen. Zu­dem ist, wie die münd­li­che Ver­hand­lung er­ge­ben hat, mit der be­ab­sich­tig­ten Einführung ei­nes neu­en IT-Schutz­kon­zepts auch ei­ne draht­lo­se Ver­bin­dung zum Netz­werk vor­ge­se­hen, die da­mit oh­ne­hin be­vor­steht und die Not­wen­dig­keit der Frei­schal­tung ob­so­let ma­chen dürf­te.

Ge­richts­kos­ten wer­den nicht er­ho­ben (vgl. §§ 2 Abs. 2 GKG, 2 a Abs. 1 ArbGG so­wie § 86 Abs. 2 LPVG).

Rechts­mit­tel­be­leh­rung:
Ge­gen die­sen Be­schluss ist die Be­schwer­de an den Fach­se­nat für Per­so­nal­ver­tre­tungs­sa­chen beim Ver­wal­tungs­ge­richts­hof Ba­den-Würt­tem­berg in Mann­heim, Schu­bert­s­traße 11, 68165 Mann­heim, zulässig. Die Frist für die Ein­le­gung der Be­schwer­de beträgt ei­nen Mo­nat, die Frist für die Be­gründung der Be­schwer­de beträgt zwei Mo­na­te. Bei­de Fris­ten be­gin­nen mit dem Tag der Zu­stel­lung die­ses Be­schlus­ses. Die Be­schwer­de­schrift muss von ei­nem Rechts­an­walt oder ei­ner nach § 11 Abs. 2 S. 2 ArbGG zur Ver­tre­tung be­fug­ten Per­son un­ter­zeich­net sein und den Be­schluss be­zeich­nen, ge­gen den die Be­schwer­de ge­rich­tet ist, und die Erklärung ent­hal­ten, dass ge­gen die­sen Be­schluss die Be­schwer­de ein­ge­legt wird. Die Be­schwer­de­be­gründung muss an­ge­ben, auf wel­che im Ein­zel­nen an­zuführen­den Be­schwer­de­gründe so­wie auf wel­che neu­en Tat­sa­chen die Be­schwer­de gestützt wird (§ 86 Abs. 2 LPVG i.V.m. § 87 Abs. 1, 2 und § 89 Abs. 1, 2 Ar-bGG).

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